UMTS

Die Abkürzung UMTS steht für Universal Mobile Telecommunications System, übersetzt also etwa Universelles Mobiles Telekommunikations-System. Es handelt sich dabei um den aktuellen Mobilfunkstandard, man spricht auch von der dritten Generation (kurz 3G).

Interessant ist UTMS insbesondere im Rahmen des mobilen Telefonierens mittels Handy und des mobilen Internets. Hauptanwendungsgebiet ist die Nutzung im Zusammenhang mit einem Notebook. Aber auch Internetnutzer, die auf Grund mangelhafter Netzabdeckung keinen Breitband-Internetzugang (DSL) nutzen können, greifen wegen der recht hohen Übertragungsrate häufiger auf den mobilen Internetzugang zurück. Die Geschichte dieses Mobilfunkstandards ist noch relativ jung. In Deutschland wurden die entsprechenden Lizenzen im Juli und August 2000 von der Bundesrepublik versteigert. Dies brachte dem Staat damals Mehreinnahmen in Höhe von 98,8 Milliarden DM (circa 50 Milliarden Euro) ein. Hans Eichel, der damalige Finanzminister, erfand daraufhin augenzwinkernd eine entsprechende neue Bedeutung für die Abkürzung UMTS: Unerwartete Mehreinnahmen zur Tilgung von Staatsschulden. Tatsächlich war der Betrag auch verglichen mit anderen Ländern extrem hoch, rein rechnerisch lagen die Lizenzkosten für die frisch gebackenen UMTS Anbieter bei 614 Euro pro Einwohner. Im Vergleich dazu kosteten die Lizenzen beispielsweise in Spanien 13 Euro pro Einwohner, in der Schweiz etwa sieben Franken (umgerechnet keine fünf Euro). In Deutschland hatten insgesamt sechs Unternehmen Lizenzen ersteigert. Dies waren die T-Mobile Deutschland GmbH, die Vodafone D2 GmbH, die O₂ (Germany) GmbH & Co. oHG, die MobilCom Multimedia GmbH sowie die Auditorium Investments Germany S.à.r.l. (ursprünglich ein Konsortium aus E-Plus und Hutchison, später umfirmiert in E-plus 3G Luxemburg S.à.r.l.) und Group 3G (ein Konsortium aus der spanischen Telefónica und der finnischen Sonera). Im Oktober 2002 stieg Group 3G aus dem deutschen Markt aus und verlor damit die Lizenz. Etwa ein Jahr später, Ende 2003, gab die MobilCom Multimedia GmbH ihre Lizenz freiwillig an die Regierung zurück. Durch diese hohen Lizenzgebühren, die die Unternehmen ja entsprechend auf die Nutzer umlegen mussten, lief die Verbreitung von UMTS auf dem Massenmarkt nur sehr schleppend an, da der Zugang entsprechend teuer war. Zudem mussten von den Unternehmen auch noch geeignete Standorte für die UMTS-Antennen gefunden werden, um eine gute Netzabdeckung zu gewährleisten. Daher ist das breitbandige mobile Internet seit 2004 auf dem deutschen Markt verfügbar. Einen deutlichen Anstieg an Nutzern erlebte es Ende 2007, als die Anbieter die Gebühren deutlich senkten. Ende 2008 lag laut dem Branchenverband BITKOM die Zahl der Nutzer bei 15,9 Millionen UMTS-Kunden. Die Versteigerung der beiden derzeit freien Lizenzen wurde bereits Anfang Februar 2007 durch die Bundesnetzagentur angekündigt und wird nun voraussichtlich Mitte 2010 erfolgen. Der dadurch entstehende größere Wettbewerb unter den Anbietern könnte für die Verbraucher zu einer erneuten Verbesserung des Preis-Leistungs-Verhältnisses, zugleich aber zu einem noch schwierigeren Vergleich zwischen den Anbietern führen.